§ 69. Regel für die erste Figur, als die einzig gesetzmäßige


Die Regel der ersten Figur ist: daß der Maior ein allgemeiner, der Minor ein bejahender Satz sei. — Und da dieses die allgemeine Regel aller kategorischen Vernünftschlüsse überhaupt sein muß: so ergibt sich hieraus, daß die erste Figur die einzig gesetzmäßige sei, die allen übrigen zum Grunde liegt, und worauf alle übrigen, so fern sie Gültigkeit haben sollen, durch Umkehrung der Prämissen (metathesin praemissorum) zurückgeführt werden müssen.

Anmerk. Die erste Figur kann eine Konklusion von aller Quantität und Qualität haben. In den übrigen Figuren gibt es nur Konklusionen von gewisser Art; einige Modi derselben sind hier ausgeschlossen. Dies zeigt schon an, daß diese Figuren nicht vollkommen, sondern daß gewisse Einschränkungen dabei vorhanden sind, die es verhindern, daß die Konklusion nicht in allen Modis, wie in der ersten Figur, statt finden kann.


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