§ 30. Das transzendentale Ego unabtrennbar von seinen Erlebnissen


Gegenstände sind für uns, und sind für uns, was sie sind, nur als Gegenstände wirklichen und möglichen Bewußtseins: Soll das keine leere Rede sein und kein Thema leerer Spekulationen, so muß gezeigt werden, was dieses Für-uns-Sein und So-Sein konkret ausmacht bzw. was für ein, ein wie strukturiertes wirkliches und mögliches Bewußtsein in Frage kommt, was dabei Möglichkeit zu bedeuten hat usw. Das kann allein leisten die konstitutive Untersuchung zunächst in dem oben vorangestellten weiteren und dann in dem engeren, soeben beschriebenen Sinn. Das aber nach der einzig möglichen, durch das Wesen der Intentionalität und ihrer Horizonte geforderten Methode. Schon durch die vorbereitenden und zum Sinn der Aufgabe emporleitenden Analysen wird es klar, daß das transzendentale Ego (in der psychologischen Parallele die Seele) nur ist, was es ist, in bezug auf intentionale Gegenständlichkeiten. Dazu gehören aber für das Ego auch notwendig seiende Gegenstände, und für es als weltbezogenes nicht nur die Gegenstände in seiner adäquat zu bewährenden immanenten Zeitsphäre, sondern auch die nur in der inadäquaten, in nur präsumtiver äußerer Erfahrung in der Einstimmigkeit ihres Verlaufs als seiend ausgewiesenen Weltobjekte. Es ist also Wesenseigenheit des Ego, immerfort Systeme und auch Einstimmigkeitssysteme der Intentionalität teils in sich ablaufend zu haben, teils durch vorzeichnende Horizonte als feste Potentialitäten zur Enthüllung verfügbar zu haben. Jeder der vom Ego je gemeinten, gedachten, gewerteten, behandelten, aber auch phantasierten und zu phantasierenden Gegenstände indiziert als Korrelat sein System, und er ist nur als dieses Korrelat.


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