Im Golde, im Herzen


Ein Mädchen liebt ich so holde,

Ein Ringlein hatt ich von Golde;

Da nahm ich ein Eisen gar spitz und fein

Und grub in den Ring ihren Namen ein.

 

Doch schnell mehr Mädchen und Namen

Aufs goldene Ringlein kamen,

Daß bald ihrer neune gar wunderhold

Wie Perlen prangten im roten Gold.

 

Und als ich zum zehnten geliebet,

Da hat mich das Ringlein betrübet;

Denn ringsum, wie ich ihn besah,

Kein Plätzchen war zum Schreiben da.

 

Was nun, was nun beginnen!

Schwer mußt ich denken und sinnen.

Da schrieb ich den Namen der Liebsten mein

Ins eigne warme Herz hinein. -

 

Und, Perlen aus goldenen Banden,

Neun Namen vom Ringe verschwanden.

Doch wie auch die Perle vom Golde läßt,

Im Herzen die Schrift steht treu und fest.


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Seite zuletzt aktualisiert: 11.09.2005 
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