Gruß an München


Es geht nicht alles nach Belieben. -

Das hat mal wieder wer erfahren,

Den man vor fünfundsiebzig Jahren

Im Kirchenbuche eingeschrieben.

Heut ist er nämlich nicht zugegen,

Und leider weiß er auch weswegen:

Seitdem er alt und kalt geworden,

Hört er zum Stubenhockerorden.

Die Zeit, nur scheinbar schwach und leer,

Hat ihm wie spielend nebenher

Ein großes Bündel aufgepackt,

Wovon ihm fast der Buckel knackt,

Zum Glück besitzt er einen kühnen,

Sehr finken Kerl, ihn zu bedienen,

Der sich schlechthin Gedanke nennt

Und schneller als 'ne Wachtel rennt. -

Wohlan, so mach dich auf die Füße

Und trag die allerschönsten Grüße

Nach München, der berühmten Stadt,

Die mir so gut gefallen hat,

Daß ich seit längst vergangnen Tagen

Bis heute noch mit Wohlbehagen

Und sicher bis zum Lebensschluß

Getreu an sie gedenken muß.


 © textlog.de 2004 • 13.12.2017 10:24:08 •
Seite zuletzt aktualisiert: 18.09.2005 
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