III. Kapitel:
Charakterzüge nicht aggressiver Natur


Zu dieser Gruppe von Charakterzügen gehören alle jene Erscheinungsformen, bei denen die feindliche Aggression gegen den Mitmenschen sich nicht auf einer geraden und deutlich sichtbaren Linie bewegt, sondern dem außenstehenden Betrachter den Eindruck einer feindseligen Isoliertheit vermitteln. Hier ist es so, als ob sich der ganze Strom von Feindseligkeit umgebogen und einen Umweg eingeschlagen hätte. In solchen Fällen entsteht meist das Bild eines Menschen, der wohl niemand etwas zuleide tut, sich aber vom Leben und von den Menschen zurückzieht, jeden Anschluß vermeidet und in seiner Einsamkeit den andern seine Mitarbeit versagt. Da aber die Aufgaben der Menschheit zum größten Teil nur in gemeinsamer Arbeit gelöst werden können, ist ein Mensch, der sich isoliert, derselben Feindseligkeit verdächtig wie einer, der die Gemeinschaft offen und gradlinig angreift und schädigt und ihr auf diese Weise die zu ihrer Erhaltung notwendigen Mittel vorenthält. Hier öffnet sich ein ungeheuer weites Gebiet der Betrachtung, auf dem wir einige auffallende Erscheinungen einer näheren Erörterung unterziehen wollen. Als ersten Zug betrachten wir:

 

1. Zurückgezogenheit (Distanzproblem).

2. Angst.

3. Zaghaftigkeit (Distanzproblem).

4. Ungezähmte Triebe als Ausdruck verminderter Anpassung.

 


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