Vernunft

Vernunft (nous, logos, dianoia, intellectus, ratio, raison, reason) ist im allgemeinsten Sinne des Wortes so viel wie Geist (s. d.), Intelligenz (s. d.), Denkprinzip gegenüber der Sinnlichkeit (s. d.). Im engeren Sinne wird Vernunft vom Verstande (s. d.) unterschieden als höhere Geistesfähigkeit. In diesem Sinne ist Vernunft die Einheit und Kraft alles besonnenen, zielbewußten Denkens und Wollens, die auf Zusammenhang und abschließende Einheit des Wissens und Handelns (theoretische - praktische Vernunft) abzielende (auf das »Unbedingte« gehende) Geistestätigkeit, Geistesdisposition. Sie verarbeitet das durch den Verstand, durch die den Erfahrungsinhalt urteilend gestaltende Geistesrichtung Gewonnene zu innerlich verbundenen, geschlossenen, »vernünftigen« (nach Grund und Folge, Mittel und Zweck geordneten) Zusammenhängen (von Gedanken, Handlungen). Sie ist die Quelle theoretischer (metaphysischer, religiöser) und praktischer (ethischer, juridischer) Ideen (s. d.). Unter objektiver Vernunft ist die im All zweckvoll wirkende geistige Kraft (nebst ihren Produkten) zu verstehen, die in der subjektiven Vernunft individuell-bewußte Existenz hat. Reine Vernunft ist die Vernunft in ihrer abstrakten Gesondertheit vom Sinnlichen und Empirischen, die Form (s. d.) des Denkens und Erkennens als solche, als Quelle der Kategorien (s. d.), die sie an und mit dem Erfahrungsinhalte (als erfahrende Vernunft) produziert. Vernünftig ist das der Vernunft Gemäße, Sinn- und Zweckvolle im Denken, Handeln und Sein, das logisch (s. d.) oder teleologisch (s. d.) Zusammenhängende.



Begriff und Definition der Vernunft:


Platon, Aristoteles, Spinoza
Locke, Leibniz, Hume
Kant
Jacobi, Bolzano, Fichte, Hegel
Schopenhauer, Lotze, Wundt

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