Dünen


Die unregelmäßige Gestalt dieser Sandhaufen, die sich wie die stürmischen Wellen des Meeres, das sie bildete, dem Auge darstellen, höchstens aber vierzig Fuß in senkrechter Linie über die Wasserfläche hinausragen, und mit einigen Pflänzchen spärlich bewachsen sind, gibt der Gegend etwas Befremdliches, Verödetes, Abschreckendes. Ihre Veränderlichkeit verursacht den Einwohnern dieser Küsten manche Besorgnis; die Winde können den Flugsand, woraus die Dünen bestehen, stellenweise ganz verwehen und eine Lücke machen, wo das Meer bei außerordentlichen Fluten leicht durchbricht, sich in die niedrige Fläche ergießt und den lebendigen Geschöpfen sowohl, als dem Lande selbst das Dasein raubt. Wo diese fürchterlichen Katastrophen auch nicht erfolgen, sind wenigstens die angrenzenden Äcker und Wiesen dem Versanden ausgesetzt, welches sie auf ganze Jahrhunderte hinaus unbrauchbar macht. Nicht weit von Dünkirchen, auf der Flandrischen Grenze, zeigte man uns ein merkwürdiges Beispiel von der Wirkung der Stürme. Ein Kirchturm stand im Sande vergraben und nur seine Spitze ragte noch hervor. Das Pfarrhaus war gänzlich verschwunden, und man hatte sich genötigt gesehen, weiter östlich von den Dünen das ganze Dorf neu anzulegen. Auch die Kaninchen, die in diesen Sandhügeln häufig graben und wühlen, tragen zur Schwächung dieser Vormauer gegen die See das ihrige bei.




Share
 © textlog.de 2004 • 17.10.2017 00:15:15 •
Seite zuletzt aktualisiert: 17.11.2007 
bibliothek
text
  Home  Impressum  Copyright