Grands Flandrins


In Bailleul hörten wir das Volk auf dem Markte schon wieder Flämisch sprechen, und diese Sprache geht bis Dünkirchen fort. Das Französische in dieser Gegend ist ein erbärmliches patois oder Kauderwelsch; es ist nicht sowohl ein Provinzialdialekt als eine Sprache des Pöbels, der nicht seine eigene Muttersprache, sondern eine erlernte spricht. Die hiesige Menschenrasse ist groß und wohlgebildet; vielleicht bezieht sich die Französische Redensart, un grand flandrin, auf diese Größe, wiewohl sie auch den Nebenbegriff des Tölpischen oder Ungeschickten mit sich führt. In allen diesen Städtchen tragen die Weiber jene langen Kamelottmäntel, wie im Hennegau; nur dass wir unter vielen grauen auch einige scharlachfarbene sahen.




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Seite zuletzt aktualisiert: 17.11.2007 
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