Tamsel II


Verschnittene Hecken

Sich zu verstecken,

Und auf blühendem Raine

Liebesgötter, groß' und kleine, –

Aber ihre Stunden

Sind hingeschwunden.


Über die schöne Lage Tamsels habe ich schon S. 301 gesprochen. In früheren Zeiten hieß es die »Oase in der Wüste« und noch jetzt hat es Anspruch auf jene rühmende Bezeichnung, wenn auch freilich die ringsumher liegenden, dem üppigsten Wiesenwachs gewonnenen Bruchgegenden die Bezeichnung »Wüste« nicht länger zulässig erscheinen lassen.

Das Terrain, auf dem Tamsel liegt, hat viel Ähnlichkeit mit den Oderbruchpartien zwischen Falkenberg und Freienwalde. Im Rücken eine Bergwand, mehr oder weniger steil und gelegentlich durch eine Schlucht unterbrochen; am Fuße dieser Bergwand ein Dorf und zu Füßen des Dorfes ein Wiesengrund, oft überschwemmt und immer von Flußarmen durchzogen. So das Freienwalder Terrain, und so auch die Landschaft um Tamsel her.

Dorf Tamsel zieht sich unmittelbar am Hügel hin, und zwar in Form eines Quersacks: oben und unten breit und in der Mitte schmal und eng. Hier schiebt sich der Park ein und teilt das Dorf in eine östliche und westliche Hälfte, was indessen wenig bemerkt wird, da der Dorfverkehr ungehindert am Park entlang oder auch durch diesen hindurch geht. Ein solches Zusammengewachsensein von Dorf und Schloß tut immer wohl und jeder Teil, auch nur malerisch genommen, hat Vorteil davon. Der Park gibt Schönheit und empfängt Leben und Heiterkeit zurück.




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 © textlog.de 2004 • 18.10.2017 13:29:30 •
Seite zuletzt aktualisiert: 11.10.2007 
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