Aus jungen Tagen


Nie kann es anders sein.

Nun wirft mein Glaube keinen Schatten mehr.

Von deinem großen Lichte kam er her,

von des Geschlechtes rätselhaftem Schein.

 

Nun bin ich ganz im Licht,

das milde überglänzt mein armes Haupt.

Ich habe lange nicht an Gott geglaubt.

Nun weiß ich um sein letztes Angesicht.

 

Wie es den Zweifel bannt!

Wie wirst du Holde klar mir ohne Rest.

Wie halt' ich dich in deinem Himmel fest!

Wie hat die Erde deinen Werth verkannt.

 

Du gabst dich zum Geschenk

der Welt, ich hab es für dich aufbewahrt.

Ich habe Gott den größten Schmerz erspart.

Geliebte, bleibe deiner eingedenk!

 

Wie glänzt mir deine Pracht.

Dein Menschliches umarmt, der beten will.

Er heiligt es im Kuß. Wie ist sie still

von Sternen, deiner Nächte tiefste Nacht.

 

Nie soll es anders sein.

Ob alles Irdische zerbricht und stirbt,

nur dein Zerfall ein geistig Glück verdirbt.

Vergib dich an die Erde nicht, sei Dein!


 © textlog.de 2004 • 23.10.2017 22:56:16 •
Seite zuletzt aktualisiert: 18.09.2007 
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