535. Fabel 1). Handlung 2).

1)Plot.Trame (intrigue).Favola (intrigo).
2)Action.Action.Azione.

In der poetischen Kunstsprache ist eine Handlung (entsprechend dem Ausdruck praxis bei Aristoteles) die Reihe mehrerer zusammenhängender Begebenheiten selbst; eine Fabel (lat. fabula, von fari, reden; entspricht dem Ausdruck mythos bei Aristoteles) ist diese Handlung, sofern sie den Inhalt eines epischen oder dramatischen Werkes ausmacht, episch oder dramatisch dargestellt ist. Eine Entführung, eine Ermordung enthält eine Reihe zusammenhängender Begebenheiten, die in einer traurigen Hauptwirkung endigen, und sofern sie als wirklich vorgegangen gedacht wird, ist sie eine Handlung, sofern sie episch oder dramatisch dargestellt wird, die Fabel des Gedichtes, das sie darstellt. Sie kann als Handlung in der Wirklichkeit mißfallen und als Fabel in einem Gedichte gefallen, weil die Kunst das Wirkliche geistig verklärt und selbst das Unangenehme genießbar macht. "Jede Erdichtung, womit der Poet eine gewisse Absicht verbindet, heißt seine Fabel. So heißt die Erdichtung, welche er durch die Epopöe, durch das Drama herrschen läßt, die Fabel seiner Epopöe, die Fabel seines Dramas." Lessing, Abh. üb. d. Fabel I. "So haben die Franzosen, die den Geist der Alten zuerst ganz mißverstanden, eine Einheit des Orts und der Zeit nach dem gemeinsten empirischen Sinn auf der Schaubühne eingeführt, als ob hier ein anderer Ort wäre als der bloß ideale Raum, und eine andere Zeit als bloß die stetige Folge der Handlung." Schiller, Einl. zur Br. v. Messina.


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