Literarhistoriker


Literarhistoriker. Die 'Neue Freie Presse' (11. Februar) bringt einen unveröffentlichten Brief Heines an den Bankier Friedland und einen unveröffentlichten Brief August Lewaids an Heine. Zwei recht interessante Beiträge zur Heine-Forschung. Damit aber die Heine-Forscher auch wissen, wer Heine war, knüpft sie an die Publikation dreißig Zeiten »Aus dem Lebenslauf Heinrich Heines«. Er sei in Düsseldorf geboren, habe sein Elternhaus und seine Kindheit in Prosa und Versen geschildert, habe einen Onkel namens Salomon Heine gehabt, der ihn für die kaufmännische Karriere erziehen wollte. »Heinrich Heine wurde in Deutschland und Frankreich rasch berühmt ... In Paris erkrankte er an einem Rückenmarksleiden, das ihn jahrelang an die 'Matratzengruft' fesselte, bis ihn der Tod am 17. Februar 1856 ereilte.« Zum Schlüsse zwei Witze aus den letzten Lebenstagen. Dies zur raschen Belehrung der Leser, die aus den unveröffentlichten Briefen zum erstenmal von Heine erfahren ... Heiliger Karpeles! Der wird sich auf dem Grab Heines umdrehen, wenn er diese Biographie liest! Ist man in der 'Neuen Freien Presse' schon ganz gehirnweich? Sie erzählt, um ihren Lesern zu beweisen, dass Heine ein geistreicher Mann war, er habe auf die Frage des Arztes »Wie ist Ihr Geschmack?« geantwortet: »Garkeiner, wieder von Herrn Scribe«. Heine beschönigte seinen Zustand. »Wie der von Herrn Benedikt«: das war die traurige Diagnose, die der Arzt ihm gestellt hat.

 

 

Nr. 197, VII. Jahr

28. Februar 1906.


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