Außi möcht' i oder: Auf zum Südpol!


Es gibt noch kein Klosettpapier auf den österreichischen Staatsbahnen, aber was uns dringend nottut, ist eine Südpolexpedition. Ich bin kürzlich in einem ungeheizten Coupe bei —7 Grad nachts von Salzburg bis Bischofshofen gefahren, aber dass sich Österreich unter den den Südpol erobernden Staaten einen ehrenvollen Platz sichern müsse, war mir klar. Ich las gerade etwas darüber. Österreich soll nicht mehr zurückstehen. Doktor Felix König besitzt das Vertrauen aller. Vierzig Jahre sind bekanntlich seit jenem Tage verflossen, da Julius v. Payer seine Reise »In Nacht und Eis« antrat. (Wenn ein Österreicher eine Reise in Nacht und Eis antritt, so heißt die Reise »In Nacht und Eis«.) Es ist also höchste Zeit. Es ist zu hoffen, dass man bald so weit sein wird, dass die Öffentlichkeit der Unternehmung Doktor Königs das geziemende Interesse zuwendet. Es fehlt vorderhand an Geld. Man muß deshalb auf den österreichischen Staatsbahnen noch immer das Papier verwenden, auf dem Aufrufe zur Unterstützung einer österreichischen Südpolexpedition gedruckt werden.

 

 

März, 1914.


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