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1 [26]

Die Entwicklung der Opernmelodie ist Heidenthum in der Musik.

 

1 [27]

Die absolute Musik und das Alltagsdrama: die beiden auseinandergerissenen Stücke des Musikdramas.

Die glücklichste Stufe war der Dithyramb und noch die ältere aeschyleische Tragödie.

In Socrates dringt das Princip der Wissenschaft ein: damit Kampf und Vernichtung des Unbewußten.

 

1 [28]

Das griechische Musikdrama.

 

Das Musikdrama selbst:    

2. Th. die Vernichtung.

Mangel einer vertieften Ethik.

 

Entwicklung der modernen Musik künstlich.

Unendliche Differenz zwischen der aesthetischen Erkenntniß und dem wirklichen Schaffen bei den Griechen.

Daher war das Wachsen der Kunstgattungen nätürlich richtig.

Das Wachsen der Kunstgattungen aus einander: jede aufgeblühte vernichtet die frühere Stufe.

Wir haben nur nachgeahmte Dichtungsarten.

Das Musikdrama ist der Höhepunkt: es wird aufgelöst durch die erweiterte Reflexion und stillestehende ethische Entwicklung.

 

1 [29]

Das Griechenthum hat für uns den Werth wie die Heiligen für die Katholiken.

 

1 [30]

Schönstes deutsches Wort zur Bezeichnung des Ehrenmannes (13. Jahrhundert vom Meier Heimbrecht): „Willst du mir folgen, so baue mit dem Pfluge! dann genießen deiner viele, dein geneußt sicherlich der Arme und der Reiche, dein geneußt der Wolf und der Aar und sicherlich alle Kreatur.” Uhland, p. 72.

Rührender Bauernspruch gegen die Feldmäuse vom Jahre 1519. „Für die Abziehenden sicheres Geleit vor Hunden und Katzen, auch den trächtigen und ganz kleinen Mäuschen ein Aufschub von 14 Tagen bewilligt.”

 

1 [31]

Das Poetische, abstrahirt aus dem Epos und der Lyrik, kann unmöglich zugleich die Gesetze für die dramatische Poesie enthalten. Dort wird alles auf die nachschaffende Phantasie des Hörers hin gesagt: hier ist alles gegenwärtig und anschaulich: die Phantasie wird niedergehalten durch die wechselnden Bilder.

 

1 [32]

Die einzellebenden Germanen sahen im Gerichtskampf- und Wechselrede ein Drama: ihre älteste dramatische Dichtung ist nach dieser Analogie, z. B. die Wechselrede von Sommer und Winter, bis Frau Venus den Streit schlichtet (Uhland, p. 21).

 

1 [33]

Der Sturz vom Leukadischen Felsen hat eine Parallele bei den Veitstänzern, die in wilde Ströme sprangen, bei den Tänzern der Tarantella: „zum Meere tragt mich, wenn ihr mich heilen wollt, zum Meere hinweg! So liebt mich meine Schöne. Zum Meere, zum Meere! Solang ich lebe, lieb ich dich!” Uhland, p. 402.

 

1 [34]

Die orgiastischen Züge des Dionysos haben ein Ebenbild in den S. Johann- und S. Veitstänzern (Köln. Chron., gedruckt 1491): „Here sent Johan, so so vrisch’ ind vro here sent Johan” war der Refrain ihrer Lieder. Cf. Hecker, die Tanzwuth eine Volkskrankheit im Mittelalter, Berlin 1832.

 

1 [35]

Das Vermögen der Vogelstimme, den Heldengeist zu wecken. Die Nachtigall ruft ocihi ocihi schlag todt, fier fier schlag zu.

Verwaisten heimatlosen Heldensöhnen wird die Stimme der Wildniß vernehmlich.

 

1 [36]

Ein griechisches Scolion: War’ ich doch nur eine goldene Leier usw. hat viel Ähnlichkeit mit deutschen Wunschliedern. Uhland, p. 282.

 

1 [37]

Der platte und dumme Gervinus hat es als einen „seltsamen Fehlgriff” von Schiller bezeichnet, daß er dem Schönen der Erde das Loos der Vernichtung zutheile.

 

1 [38]

„Die poetische Muse Shakespeare’s hat noch eine Begleiterin bei sich, die Musik: die Goethes - die Plastik.” Enorm!

 

1 [39]

Die Zartheit der Empfindung und die Neigung zur Symbolik ließ ihm auch die unbedeutende Handlung bedeutsam erscheinen. Darum unbühnengemäß.

 

1 [40]

Der griechische Chor einmal der lebendige Resonanzboden, sodann das Schallrohr, durch das der Akteur seine Empfindung colossalisch dem Zuschauer zuschreit, drittens der lautgewordene lyrisch gestimmte leidenschaftliche singende Zuschauer.

 

 


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