§ 1. Die Rasse


Als ein Antrieb ersten Ranges ist die Rasse zu betrachten, denn sie ist allein schon viel bedeutender als alle übrigen. Ich habe sie in einer andern Schrift genügend untersucht und brauche hier nicht ausführlich darauf zurückzukommen. Ich zeigte in jener Schrift, was eine geschichtliche Masse ist und dass, wenn sich ihre Charaktermerkmale gebildet haben, ihre Glaubenslehren, ihre Einrichtungen, ihre Kunst, kurz, alle ihre Kulturelemente den äußeren Ausdruck ihrer Seele bilden. Die Kraft der Rasse ist so groß, dass kein Element von einem Volk zum andern übergehen könnte, ohne die tiefgehendsten Umwandlungen zu erfahren.*) Die Umgebung, die Umstände, die Ereignisse spiegeln die augenblicklichen sozialen Einflüsse wider. Sie können von bedeutender Wirkung sein, aber dieser Einfluß ist stets nur ein augenblicklicher, wenn er im Gegensatz zu den Rasseneinflüssen, d. h. zu der ganzen Ahnenreihe steht.

Wir werden noch in mehreren Kapiteln dieser Arbeit Gelegenheit haben, auf den Einfluß der Rasse zurückzukommen und zu zeigen, dass er stark genug ist, die Sondermerkmale der Massenseele zu beherrschen. Daraus ergibt sich der Umstand, dass die Massen der verschiedenen Länder in ihrem Glauben und Verhalten sehr beträchtliche Unterschiede aufweisen und nicht auf die gleiche Weise zu beeinflussen sind.

 

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*) Da diese Lehre noch sehr neu ist und ohne sie die Geschichte völlig unverständlich bleibt, so habe ich ihrer Darlegung mehrere Kapitel meines Werkes "Die psychologischen Gesetze der Völkerentwicklung" gewidmet. Der Leser wird daraus ersehen, dass, obwohl der Schein trügt, weder die Sprache noch die Religion, noch die Künste, noch irgendein Kulturelement überhaupt unverändert von einem Volk zum andern übergehen kann.


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