Tetanus

Tetanus gr. tetanos v. teinô spannen, Starrkrampf, akute Infektionskrankheit, durch den 1884 von NICOLAIER (geb. 1862. Professor in Göttingen, später in Berlin) entdeckten nagelförmigen, z. B. in Gartenerde vorkommenden saprophytisch anäroben, geißelbeweglichen, nach ZIEHL und mit Methylenblau sich färbenden, meist gramnegativen Tetanusbazillus hervorgerufen, der durch Wunden, Tetanus traumaticus, auf diesem Wege auch als Tetanus puerperalis und Tetanus neonatorum, durch die Nabelwunde, oder auf unbekanntem Wege, = Tetanus idiopathicus manchmal auch nach einer Erkältung = Tetanus rheumaticus, in den Körper gelangt, wohl durch frühere, und nicht beachtet verheilte Eintrittswunden. Der Tetanus besteht in tonischem Krampf zunächst der Kiefer- und Zungenmuskeln, Trismus, und der Nackenmuskeln, dann auch der Rückenmuskeln, Opisthotonus, und Bauchmuskeln; zwischendurch treten schmerzhafte klonische Krämpfe derselben Muskeln auf. Seltener ist der Rumpf nach der Seite, Pleurothotonus, nach vorn, Emprosthotonus oder gerade, Orthotonus, gestreckt. Die Glieder bleiben meist frei, im Gegensatz zum Strychnin-Tetanus, Starrkrampf nach Strychninvergiftung, wo in der Zwischenzeit der Anfälle auch Trismus und Nackenstarre aufhören. Vgl. Kopftetanus. Das aus den Kulturen des Tetanusbazillus und aus dem Blut der Erkrankten darstellbare Tetanin BRIEGER genügt, um die Erscheinungen hervorzurufen; das Blutserum von Pferden, die Tetanus überstanden haben, macht gegen Tetanus noch nach der Infektion immun: Tetanusheilserum BEHRING. (Vor dessen Einführung 90% Sterblichkeit!) Man injiziert 15—20 Antitoxin-Einheiten unter die Haut, prophylaktisch. Konnte dies nicht geschehen, so bei Ausbruch der Krankheit 100—200 Einheiten (BEHRING, HÖCHST) und zwar intralumbal (intramuskulär) und auch peripher von der Wunde und wiederholt alle 6—24 Stunden. Wirkung jedoch nicht so sicher, wie bei Prophylaxe. Tetanus intermittens = Tetanie. Tetanus bulbaris, Tetanus hydrophobicus, Tetanus paralyticus s. Kopf-Tetanus uteri = Constrictio uteri.



Quelle: www.textlog.de

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