Taenia

Taenia gr. tainia Band, teinô spanne, 1. Anatomisch. Band. Taenia coli bandartige Längsstreifen in der Dickdarmwand. 2. Pathologisch: Bandwürmer, Cestodes bandförmiger "Tierstock" oder richtiger Kette von gleichwertigen Einzeltieren, richt. Gliedern, Proglottiden, die alle aus dem geschlechtslosen Kopf durch Knospung entstehen, der mit Zähnen und Saugnapf an der Darminnenfläche haftet. Die abgeschnürten, nach hinten immer größer werdenden Glieder sind zwitterig, erst männlich reif, dann weiblich. Die ältesten = größten geschlechtsreifen, eigefüllten Glieder lösen sich, werden mit dem Kot entleert, die Eier gelangen in den Darm eines geeigneten anderen Tieres: Zwischenwirt. Das Ei wächst dort zum Embryo heran, der die Magenwand durchbohrt und in Hirn, Leber, Musk. usw. wandert und hier zum einem geschlechtslosen Blasenwurm, Cysticercus, mit einstülpbarem Bandwurmkopf wird. Wird nun das rohe, finnige Fleisch von anderem Tier oder Mensch aufgenommen, so entsteht in diesem, "definit. Wirt" wieder aus dem Kopf der Bandwurm. Die wichtigsten Bandwürmer des Menschen sind: Taenia solium lat. solum spätlat. solium Sohle, Schwelle; nach Rose latinisierter Genitiv Fluralis von solos Wurfscheibe, also Scheibenbandwurm, hat am Kopf zwischen den Saugnäpfen ein Rostellum mit 26 Haken = Taenia armata. An reifen Gliedern liegt die Geschlechts Öffnung seitlich, der Fruchthalter hat 7—10 baumförmig geteilte Seitenzweige. Die Glieder werden meist in größeren zusammenhängenden Stücken aus dem Darm entleert. Die Finne der Taenia solium ist der Cysticercus cellulosae, hirsekorn- bis bohnengroßes weißgelbes od. graues Bläschen, meist im Muskelgewebe des Schweins, kommt ausnahmsweise auch beim Menschen, z. B. durch ungewasch. mit B.eiern infiz. Kot gedüngtem Salat, im Gehirn, im Auge usw. vor. Taenia mediocanellata weil am Spirituspräparat der Mittelkanal des Fruchthalters leistenartig vorspringt, Taenia saginata lat. gemästet, ohne Rostellum und Hakenkranz, mit 4 Saugnäpfen, Geschlechtsöffnung der Glieder seitlich, Fruchthalter mit zahlreichen gabelig geteilten Seitenästen; die Glieder werden hier oft einzeln aus dem Darm entleert und bewegen sich dann. Die Finne der Taenia mediocanellata findet sich beim Rinde, ist kleiner als die von Taenia solium. Taenia echinococcus = Taenia nana lat. Zwerg, s. Echinokokkus. Taenia cueumerina oder elliptica, Gurken-Bandwurm, wegen der Ähnlichkeit der Glieder mit Gurkenkernen in Hunden und Katzen, gelegentlich Kindern, ca. 20 cm lang mit vorstülpb. hakentrag. Rüssel und 4 Saugnäpfen. Taenia flavopunct., nur einmal bei Kind gefunden. Nicht aus einem Zystizerkus, sondern aus einem Zystizerkoid, s. d., entwickelt sich der Bothriocephalus latus, s. d., der größte menschliche Bandwurm: Kopf ohne Haken, mit zwei Saugnäpfen, vorderes Körperende fadendünn, Glieder sehr breit, Fruchthalter einfacher Kanal mit Schlangenwindungen, die sich bei Ansammlung der Eier rosettenförmig anordnen; Finnen bei Hecht, Quappe, angeblich auch Lachs.



Quelle: www.textlog.de

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