Sicherung im Frieden, Nachkriegspolitik


Es wäre allzu umständlich, von den einzelnen Kundschafterdiensten, den Wachtposten und Nachtdiensten, von allen den praktischen Gebräuchen innerhalb und außerhalb der Sonnenstadt zu sprechen; das kannst du dir so leicht alles selbst denken. Man bestimmt jedem das Amt, das er nach seiner Neigung von Kindheit aus und nach dem Stand der Gestirne, unter welchen er geboren worden ist, einzunehmen hat. Darum erfüllen alle wohl ihre Pflichten und das was ihnen ausgetragen, mit Vergnügen, weil ihre Arbeiten mit ihren natürlichen Neigungen zusammenfallen.

Schildwachen und Wachposten stehen Tag und Nacht an den vier Toren und auf eigenen Vorsprüngen und Türmen der siebenten Rundmauer. Tags wird dieser Dienst von Frauen versehen, Nachts aber von den Männern. Dieser Dienst übt ihre Wachsamkeit und macht jede Überrumpelung unmöglich. Eine Wache dauert, wie bei uns, etwa drei Stunden.

Sobald die Sonne sich zum Untergange neigt, fängt man an, die einzelnen Nachtposten unter den Klängen einer Symphonie zu verteilen und auszustellen, in die sich der Schall von Pauken mischt. Die Solarier lieben das Jagdvergnügen, da es gleichsam ein Abbild des Krieges ist und bei Gelegenheit verschiedener Festlichkeiten veranstalten sie Spiele mit Fußvolk und Reiterei auf öffentlichen Plätzen. An Musik darf es dabei nicht fehlen.

Haben sie den Sieg errungen, so verzeihen sie dem Feind, was er sich etwa hat zu Schulden kommen lassen, und erweisen ihm Gutes. Ist aber beschlossen worden, die feindlichen Mauern zu zerstören oder eine Anzahl Feinde enthaupten zu lassen, so wird dies noch am Tage des Sieges selbst vollzogen. Sie erweisen auch nachmals dem Feinde unentwegt Gutes, indem sie der Ansicht sind, dass man ihn nicht bekämpfe, um ihn zu vernichten, sondern um ihn moralisch zu bessern.


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Seite zuletzt aktualisiert: 09.11.2006 
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