Zeiteinteilung und Kosmologie


Die Zeit teilen sie nach dem tropischen, nicht bloß nach dem siberischen Jahr ein. Sie notieren aber jährlich, um wie viel jenes diesem vorauseilt. Sie glauben, dass sich die Sonne beständig der Erde nähere, und, immer engere Bahnen durchlaufend, die Wendekreise und die Äquinoctien früher erreicht als im vergangenen Jahre.

Die Monate werden nach dem Mondlauf, die Jahre aber nach dem Sonnenlaufe gerechnet. Diese beiden Methoden zu zählen oder zu rechnen stimmen erst wieder im neunzehnten Jahre überein, wenn der Kopf des Drachen seinen Lauf vollendet hat. Darum haben sie die neue Astronomie begründet.

Sie loben den Ptolemäos und bewundern den Kopernikus, aber ziehen Philolaus und Aristarchos vor, aber, sagen sie, der eine rechne mit Steinchen, der andere mit Bohnen, keiner mit den Dingen selbst; sie setzen daher nur imaginäres, nicht wirkliches Geld in Umlauf. Sie stellen daher eigene kühne Forschungen an, das sei zur Erkenntnis des Baues der Welt höchst notwendig und um zu erfahren, ob sie untergehen werde oder nicht und wann.

Sie glauben fest an die Prophezeiung von Jesus Christus über die Anzeichen, die Sonne, Mond und Sterne geben werden, wenn der Weltuntergang herannaht, an die aber viele Narren nicht glauben, die daher der jüngste Tag überraschen wird, wie den Dieb die Nacht. Die Solarier erwarten darum die Verjüngung der Welt und vielleicht auch ihr Ende.

Sie behaupten, es wäre höchst schwierig, zu entscheiden, ob die Welt aus dem Nichts geschaffen worden, oder aus den Trümmern anderer Welten, oder endlich aus dem Chaos hervorgegangen sei, aber sie halten es für wahrscheinlich, dass sie geschaffen sei und nicht von Ewigkeit an bestehe. Darum verachten sie den Aristoteles, den sie einen Logiker, nicht einen Philosophen nennen. Die Unregelmäßigkeiten der Bewegungen der Himmelskörper liefern ihnen mehrfach Gründe gegen den Bestand der Welt von Ewigkeit her.


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