An H. S.


Wie ich dein Büchlein hastig aufgeschlagen,

Da grüßen mir entgegen viel vertraute,

Viel goldne Bilder, die ich weiland schaute

Im Knabentraum und in den Kindertagen

 

Ich sehe wieder stolz gen Himmel ragen

Den frommen Dom, den deutscher Glaube baute,

Ich hör der Glocken und der Orgel Laute,

Dazwischen klingt's wie süße Liebesklagen.

 

Wohl seh ich auch, wie sie den Dom umklettern,

Die flinken Zwerglein, die sich dort erfrechen,

Das hübsche Blum- und Schnitzwerk abzubrechen.

 

Doch mag man immerhin die Eich' entblättern

Und sie des grünen Schmuckes rings berauben -

Kommt neuer Lenz, wird sie sich neu belauben.


 © textlog.de 2004 • 24.10.2017 04:25:14 •
Seite zuletzt aktualisiert: 17.08.2005 
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