Da hab ich viel blasse Leichen


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Da hab ich viel blasse Leichen

Beschworen mit Wortesmacht;

Die wollen nun nicht mehr weichen

Zurück in die alte Nacht.

 

Das zähmende Sprüchlein vom Meister

Vergaß ich vor Schauer und Graus;

Nun zieh'n die eignen Geister

Mich selber ins neblichte Haus.

 

Laßt ab, ihr finster'n Dämonen!

Laßt ab, und drängt mich nicht!

Noch manche Freude mag wohnen

Hier oben im Rosenlicht.

 

Ich muß ja immer streben

Nach der Blume wunderhold;

Was bedeutet' mein ganzes Leben,

Wenn ich sie nicht lieben sollt'?

 

Ich möcht' sie nur einmal umfangen

Und pressen ans glühende Herz!

Nur einmal auf Lippen und Wangen

Küssen den seligsten Schmerz!

 

Nur einmal aus ihrem Munde

Möcht' ich hören ein liebendes Wort -

Alsdann wollt ich folgen zur Stunde Euch,

Geister, zum finsteren Ort.

 

Die Geister haben's vernommen,

Und nicken schauerlich.

Fein's Liebchen, nun bin ich gekommen;

Fein's Liebchen, liebst du mich?


 © textlog.de 2004 • 17.10.2017 10:02:06 •
Seite zuletzt aktualisiert: 17.08.2005 
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