Manch Bild vergessener Zeiten


38

 

Manch Bild vergessener Zeiten

Steigt auf aus seinem Grab,

Und zeige, wie in deiner Nähe

Ich einst gelebet hab.

 

Am Tage schwankte ich träumend

Durch alle Straßen herum,

Die Leute verwundert mich ansahn,

Ich war so traurig und stumm.

 

Des Nachts, da war es besser,

Da waren die Straßen leer;

Ich und mein Schatten selbander,

Wir wandelten schweigend einher.

 

Mit widerhallendem Fußtritt

Wandelt ich über die Brück';

Der Mond brach aus den Wolken

Und grüßte mit ernstem Blick.

 

Stehn blieb ich vor deinem Hause,

Und starrte in die Höh',

Und starrte nach deinem Fenster -

Das Herz tat mir so weh.

 

Ich weiß, du hast aus dem Fenster

Gar oft herabgesehn,

Und sahst mich im Mondenlichte

Wie eine Säule stehn.


 © textlog.de 2004 • 14.12.2017 22:12:33 •
Seite zuletzt aktualisiert: 17.08.2005 
Abuse Trap
  Home  Impressum  Copyright