Cassel


(Die Karpfen in der Wilhelmstraße 15)

 

Man hat sie in den Laden

In ein intimes Bassin gesetzt.

Dort dürfen sie baden.

Äußerlich etwas ausgefranst, abgewetzt —

Scheinen sie inwendig

Doch recht lebendig.

Sie murmeln Formeln wie die Zauberer,

Als würde dadurch ihr Wasser sauberer.

Sie kauen Mayonnaise stumm im Rüssel

Und träumen sich gegen den Strich rasiert,

Sodann geläutert, getötet, erwärmt und garniert

Auf eine silberne Schüssel.

Sie enden in Kommerzienräten,

Senden die witzigste von ihren Gräten

In eine falsche Kehle.

Und ich denke mir ihre Seele

Wie eine Kellerassel,

Die Kniebeuge übt. — — —

Ja und sonst hat mich in Cassel

Nichts weiter erregt oder betrübt.


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Seite zuletzt aktualisiert: 08.08.2005 
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