Meeresstille


Ich seh von des Schiffes Rande

Tief in die Flut hinein:

Gebirge und grüne Lande

Und Trümmer im falben Schein

Und zackige Türme im Grunde,

Wie ich's oft im Traum mir gedacht,

Das dämmert alles da unten

Als wie eine prächtige Nacht.

 

Seekönig auf seiner Warte

Sitzt in der Dämmrung tief,

Als ob er mit langem Barte

Über seiner Harfe schlief';

Da kommen und gehen die Schiffe

Darüber, er merkt es kaum,

Von seinem Korallenriffe

Grüßt er sie wie im Traum.


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Seite zuletzt aktualisiert: 06.08.2005 
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