Die Räuberbrüder


"Vorüber ist der blut'ge Strauß,

Hier ist's so still, nun ruh dich aus."

 

"Vom Tal herüber kommt die Luft;

Horch, hörst du nichts? Die Mutter ruft."

 

"Die Mutter ist ja lange tot,

Eine Glocke klingt durchs Morgenrot."

 

"Lieb Mutter, hab nicht solches Leid,

Mein wildes Leben mich gereut. -"

 

"Was sinkst du auf die Knie ins Gras?

Deine Augen dunkeln, du wirst so blaß." -

 

Es war von Blut der Grund so rot,

Der Räuber lag im Grase tot.

 

Da küßt der Bruder den bleichen Mund:

"Dich liebt ich recht aus Herzensgrund."

 

Vom Fels dann schoß er noch einmal

Und warf die Büchse tief ins Tal.

 

Drauf schritt er durch den Wald zur Stadt:

"Ihr Herrn, ich bin des Lebens satt.

 

Hie ist mein Haupt, nun richtet bald,

Zum Bruder legt mich in den Wald."


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Seite zuletzt aktualisiert: 06.08.2005 
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