Der stille Freier


Mond, der Hirt, lenkt seine Herde

Einsam übern Wald herauf,

Unten auf der stillen Erde

Wacht verschwiegne Liebe auf.

 

Fern vom Schlosse Glocken schlagen

Übern Wald her von der Höh

Bringt der Wind den Schall getragen,

Und erschrocken lauscht das Reh.

 

Nächtlich um dieselbe Stunde

Hallet Hufschlag, schnaubt ein Roß,

Macht ein Ritter seine Runde

Schweigend um der Liebsten Schloß.

 

Wenn die Morgensterne blinken,

Totenbleich der Hirte wird

Und sie müssen all' versinken:

Reiter, Herde und der Hirt.


 © textlog.de 2004 • 23.05.2018 22:39:48 •
Seite zuletzt aktualisiert: 06.08.2005 
Abuse Trap
  Home  Impressum  Copyright