So angestrengt wider die starke Nacht...


So angestrengt wider die starke Nacht

werfen sie ihre Stimmen ins Gelächter,

das schlecht verbrennt. O aufgelehnte Welt

voll Weigerung. Und atmet doch den Raum,

 in dem die Sterne gehen. Siehe, dies

bedürfte nicht und könnte, der Entfernung

fremd hingegeben, in dem Übermaß

von Fernen sich ergehen, fort von uns.

Und nun geruhts und reicht uns ans Gesicht

wie der Geliebten Auf blick; schlägt sich auf

uns gegenüber und zerstreut vielleicht

an uns sein Dasein. Und wir sinds nicht wert.

Vielleicht entziehts den Engeln etwas Kraft,

daß nach uns her der Sternenhimmel nachgibt

und uns hereinhängt ins getrübte Schicksal.

Umsonst. Denn wer gewahrts ? Und wo es einer

gewärtig wird: wer darf noch an den Nacht-Raum

die Stirne lehnen wie ans eigne Fenster?

Wer hat dies nicht verleugnet? Wer hat nicht

in dieses eingeborne Element

gefälschte, schlechte, nachgemachte Nächte

hereingeschleppt und sich daran begnügt?

Wir lassen Götter stehn um goren Abfall,

denn Götter locken nicht. Sie haben Dasein

und nichts als Dasein, Überfluß von Dasein,

doch nicht Geruch, nicht Wink. Nichts ist so stumm

wie eines Gottes Mund. Schön wie ein Schwan

auf seiner Ewigkeit grundlosen Fläche:

so zieht der Gott und taucht und schont sein Weiß.

 

Alles verführt. Der kleine Vogel selbst

tut Zwang an uns aus seinem reinen Laubwerk,

die Blume hat nicht Raum und drängt herüber;

was will der Wind nicht alles? Nur der Gott,

wie eine Säule, läßt vorbei, verteilend

hoch oben, wo er trägt, nach beiden Seiten

die leichte Wölbung seines Gleichmuts.


 © textlog.de 2004 • 18.04.2014 07:31:35 •
Seite zuletzt aktualisiert: 04.08.2005 
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