Seele im Raum


Hier bin ich, hier bin ich, Entrungene,

taumelnd.

Wag ichs denn? Werf ich mich?

 

Fähige waren schon viel

dort, wo ich drängte. Nun wo

auch noch die Mindesten restlos Macht vollziehn,

schweigend vor Meisterschaft —:

Wag ichs denn ? Werf ich mich?

 

Zwar ich ertrug, vom befangenen Körper aus,

Nächte; ja, ich befreundete

ihn, den irdenen, mit der Unendlichkeit;

schluchzend

überfloß, das ich hob,

sein schmuckloses Herz.

 

Aber nun, wem zeig ichs,

daß ich die Seele bin? Wen

wunderts?

Plötzlich soll ich die Ewige sein,

nicht mehr am Gegensatz haftend, nicht mehr

Trösterin; fühlend mit nichts als

Himmeln.

 

Kaum noch geheim;

denn unter den offenen

allen Geheimnissen eines,

ein ängstliches.

 

O wie durchgehn sich die großen Umarmungen. Welche

wird mich umfangen, welche mich weiter

geben, mich, linkisch

Umarmende?

 

Oder vergaß ich und kanns?

Vergaß den erschöpflichen Aufruhr

jener Schwerliebenden? Staun',

stürze aufwärts und kanns?


 © textlog.de 2004 • 18.10.2017 18:50:34 •
Seite zuletzt aktualisiert: 04.08.2005 
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