Gegen die Tyrannei des Wahren


507.

Gegen die Tyrannei des Wahren. — Selbst wenn wir so toll wären, alle unsere Meinungen für wahr zu halten, so würden wir doch nicht wollen, dass sie allein existierten —: ich wüsste nicht, warum die Alleinherrschaft und Allmacht der Wahrheit zu wünschen wäre; mir genügte schon, dass sie eine große Macht habe. Aber sie muss kämpfen können und eine Gegnerschaft haben, und man muss sich von ihr im Unwahren ab und zu erholen können, — sonst wird sie uns langweilig, kraft- und geschmacklos werden und uns eben dazu auch machen.



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