Unter den Südwinden


492.

Unter den Südwinden. — A: Ich verstehe mich nicht mehr! Gestern noch war es in mir so stürmisch und dabei so warm, so sonnig — und hell bis zum Äußersten. Und heute! Alles ist nun ruhig, weit, Schwermütig, dunkel, wie die Lagune von Venedig: — ich will Nichts und atme tief auf dabei und doch bin ich mir bei insgeheim unwillig über dies Nichts-Wollen: — so plätschern die Wellen hin und her, im See meiner Melancholie. — B: Du beschreibst da eine kleine angenehme Krankheit. Der nächste Nordostwind wird sie von dir nehmen! — A: Warum doch!



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