Die ältesten Trostmittel


15.

Die ältesten Trostmittel. — Erste Stufe: der Mensch sieht in jedem Übelbefinden und Missgeschick Etwas, wofür er irgend jemand Anderes leiden lassen muss, — dabei wird er sich seiner noch vorhandenen Macht bewusst, und dies tröstet ihn. Zweite Stufe: der Mensch sieht in jedem Übelbefinden und Missgeschick eine Strafe, das heißt die Sühnung der Schuld und das Mittel, sich vom bösartigen Zauber eines wirklichen oder vermeintlichen Unrechtes loszumachen. Wenn er dieses Vorteils ansichtig wird, welchen das Unglück mit sich bringt, so glaubt er einen Anderen nicht mehr dafür leiden lassen zu müssen, — er sagt sich von dieser Art Befriedigung los, weil er nun eine andere hat.


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Seite zuletzt aktualisiert: 16.07.2005 
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