Kauderwelcher Bettlerdank


Ich danke dir für Wasser, Wein und Speise,

Und ich bin froh, daß meine Sprache fremd

Hier ist. – Ein Bettler mit verlaustem Hemd

Will ich nur sein. Auf meiner Weiterreise

Träum ich davon, wie gut und leise

Du von der Schwelle nach der Küche gingst

Und – was ich weiß –– wie rührend schön du singst.

Denn ich hab lange dich belauscht, bevor

Ich klingelte an deinem starren Tor.

 

Du hast mich offnen Herzens angeblickt.

Doch ich bemühe mich, mich zu verstellen.

Du sollst nicht ahnen, wen und wie – –

Himmlisch hast du mein Bettelherz erquickt!

 

So ziehen eilig sanfte Wellen

Vorbei; doch sie vergehen nie.

 

Und eine Welle, die du selbst entsandtest

Und die ich selber nie erkennen lerne,

Bringt dir vielleicht aus einer fremden Ferne

Den Dank zurück, den du an mir nicht fandest.


 © textlog.de 2004 • 16.12.2017 13:46:09 •
Seite zuletzt aktualisiert: 13.07.2005 
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