Abendland


1. Fassung (a)

 

Verfallene Weiler versanken

Im braunen November,

Die dunklen Pfade der Dörfler

Unter verkrüppelten

Apfelbäumchen, die Klage

Der Frauen im silbernen Flor.

 

Hinstirbt der Väter Geschlecht.

Es ist von Seufzern

Erfüllt der Abendwind

Dem Geist der Wälder.

Stille führet der Steg

Zu wolkigen Rosen

Ein frommes Wild am Hügel

Und es tönen

Die blauen Quellen im Dunkel

Daß ein Sanftes

Ein Kind geboren werde.

 

Leise verließ am Kreuzweg

Der Schatten den Fremdling

Und steinern erblinden

Dem die schauenden Augen,

Daß von der Lippe

Süßer fließe das Lied.

Denn es ist die Nacht

Die Wohnung des Liebenden,

Ist sprachlos das blaue Antlitz

Über ein Totes

Die Schläfe aufgetan;

Kristallner Anblick.

Dem folgt auf dunklen Pfaden

An Mauern hin

Ein Abgestorbenes nach.


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Seite zuletzt aktualisiert: 11.07.2005 
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