Wanderschaft


ABENDLAND 1. Fassung (b)

 

So leise sind die grünen Wälder

Unserer Heimat

Die Sonne sinkt am Hügel

Und wir haben im Schlaf geweint;

Wandern wir mit weißen Schritten

An der dornigen Hecke hin

Singende im Ährensommer

Und Schmerzgeborne.

 

Schon reift dem Menschen das Korn

Und die heilige Rebe

Und in steinernem Zimmer,

Im kühlen ist bereitet das Mahl.

Auch ist dem Guten

Das Herz versöhnt in grüner Stille

Und Kühle hoher Bäume

Speise teilt er mit sanften Händen aus.

 

Vieles ist ein Wachendes

In der sternigen Nacht

Und schön die Bläue,

Schreitend ein Bleiches, Odmendes,

Ein Saitenspiel.

 

Gelehnt an den Hügel der Bruder

Und Fremdling,

Der menschenverlassene, ihm sanken

Die feuchten Lider

In unsäglicher Schwermut.

Aus schwärzlicher Wolke

Träufelt bitterer Mohn.

 

Mondesweiß schweiget der Pfad

An jenen Pappeln hin

Und balde

Endet des Menschen Wanderschaft,

Gerechte Duldung.

Auch freuet die Stille der Kinder,

Die Nähe der Engel

Auf kristallener Wiese.


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Seite zuletzt aktualisiert: 11.07.2005 
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