Abendspiegel


AFRA 1. Fassung

 

Ein Kind mit braunem Haar. Schwärzliche Flammen

Verscheucht ein Schritt in feuchter Abendkühle

In dunkelgoldner Sonnenblumen Rahmen;

Ein weiches Tier versinkt auf rotem Pfühle.

 

Ein Schatten gleitet beinern übern Spiegel

Und leise taucht aus blauer Astern Schweigen

Ein roter Mund, ein rätselvolles Siegel,

Und schwarze Augen strahlen aus den Zweigen

 

Des Ahorns, dessen tolle Röte blendet.

Die Mauer hat ein sanfter Leib verlassen,

Ein blauer Glanz, der in der Dämmerung endet.

Der Wind klirrt leise in den leeren Gassen.

 

Am offenen Fenster welken still die Stunden

Des Liebenden. Der Wolken kühne Fahrten

Sind mit dem Pfad des Einsamen verbunden.

Ein Blick sinkt silbern in den braunen Garten.

 

Die Hände rührt des Wassers düstre Regung.

Ein frommer Geist reift ins Kristallne, Klare.

Unsäglich ist der Vögel Flug, Begegnung

Mit Sterbenden; dem folgen dunkle Jahre.


 © textlog.de 2004 • 23.09.2017 04:05:39 •
Seite zuletzt aktualisiert: 11.07.2005 
bibliothek
text
  Home  Impressum  Copyright