Ein Teppich, darein die leidende Landschaft


Ein Teppich, darein die leidende Landschaft verblaßt

Vielleicht Genezareth, im Sturm ein Nachen

Aus Wetterwolken stürzen goldene Sachen

Der Wahnsinn, der den sanften Menschen faßt.

Die alten Wasser gurgeln ein blaues Lachen.

 

Und manchmal öffnet sich ein dunkler Schacht.

Besessene spiegeln sich in kalten Metallen

Tropfen Blutes auf glühende Platten fallen

Und ein Antlitz zerfällt in schwarzer Nacht.

Fahnen, die in finstern Gewölben lallen.

 

Andres erinnert an der Vögel Flug

Über dem Galgen der Krähen mystische Zeichen

In spitzen Gräsern versinken kupferne Schleichen

In Weihrauchkissen ein Lächeln verhurt und klug.

 

Charfreitagskinder blind an Zäunen stehen

Im Spiegel dunkler Gossen voll Verwesung

Der Sterbenden hinseufzende Genesung

Und Engel die durch weiße Augen gehen

Von Lidern düstert goldene Erlösung.



Quelle: www.textlog.de

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Seite zuletzt aktualisiert: 11.07.2005