In Milch und Öde


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In Milch und Öde; - dunkle Plage

Saturn lenkt finster deine Stund.

 

Im Schatten schwarzer Thujen irrt

Eva entstellt von Blut und Wunden,

Der süße Leib zerfetzt von Hunden -

O Mund, der herzzerreißend girrt.

 

Der Arme starr erhobnes Flehn

Ragt wild ins weiße Zelt der Sterne.

Im Ahorn dampft die Mondlaterne,

Am Weiher glühn die Azaleen.

 

O still! Die blinde Drossel singt

Im Käfig ihre trunkne Weise

Dem goldnen Helios zum Preise -

Ein Kerzenflämmchen zuckt und klingt.

 

O Lied voll Schmerz und Ewigkeit!

Gestirn und Schatten grau erbleichen

Und sind bald nur verlerne Zeichen.

Ein Hahn kräht um die Dämmerzeit.


 © textlog.de 2004 • 11.12.2017 12:31:07 •
Seite zuletzt aktualisiert: 11.07.2005 
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