Dezembersonett


2. Fassung

 

Am Abend ziehen Gaukler durch den Wald,

Auf wunderlichen Wägen, kleinen Rossen.

In Wolken scheint ein goldner Hort verschlossen,

Im dunklen Plan sind Dörfer eingemalt.

 

Der rote Wind bläht Linnen schwarz und kalt.

Ein Hund verfault, ein Strauch raucht blutbegossen.

Von gelben Schrecken ist das Rohr durchflossen

Und sacht ein Leichenzug zum Friedhof wallt.

 

Des Greisen Hütte schwindet nah im Grau.

Im Weiher gleißt ein Schein von alten Schätzen.

Die Bauern sich im Krug zum Weine setzen.

 

Ein Knabe gleitet scheu zu einer Frau.

Ein Mönch verblaßt im Dunkel sanft und düster.

Ein kahler Baum ist eines Schläfers Küster.


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Seite zuletzt aktualisiert: 11.07.2005 
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