Im Weinland


Die Sonne malt herbstlich Hof und Mauern,

Das Obst, zu Haufen rings geschichtet,

Davor armselige Kinder kauern.

Ein Windstoß alte Linden lichtet.

 

Durchs Tor ein goldener Schauer regnet

Und müde ruhn auf morschen Bänken

Die Frauen, deren Leib gesegnet.

Betrunkne Glas und Krüge schwenken.

 

Ein Strolch läßt seine Fidel klingen

Und geil im Tanz sich Kittel blähen.

Hart braune Leiber sich umschlingen.

Aus Fenstern leere Augen sehen.

 

Gestank steigt aus dem Brunnenspiegel.

Und schwarz, verfallen, abgeschieden

Verdämmern rings die Rebenhügel.

Ein Vogelzug streicht rasch gen Süden.


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Seite zuletzt aktualisiert: 10.07.2005 
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