Sommerdämmerung


Im grünen Äther flimmert jäh ein Stern

Und im Spitale wittern sie den Morgen.

Die Drossel trällert irr im Busch verborgen

Und Klosterglocken gehn traumhaft und fern.

 

Ein Standbild ragt am Platz, einsam und schlank

Und in den Höfen dämmern rote Blumenpfühle<.>

Die Luft um Holzbalkone bebt von Schwüle

Und Fliegen taumeln leise um Gestank.

 

Der Silbervorhang dort vor'm Fenster hehlt

Verschlungene Glieder, Lippen, zarte Brüste.

Ein hart' Gehämmer hallt vom Turmgerüste

Und weiß verfällt der Mond am Himmelszelt.

 

Ein geisterhafter Traumakkord verschwebt

Und Mönche tauchen aus den Kirchentoren

Und schreiten im Unendlichen verloren.

Ein heller Gipfel sich am Himmel hebt.


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Seite zuletzt aktualisiert: 10.07.2005 
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