De profundis


Die Totenkammer ist voll Nacht

Mein Vater schläft, ich halte Wacht.

 

Des Toten hartes Angesicht

Flimmert weiß im Kerzenlicht.

 

Die Blumen duften, die Fliege summt

Mein Herz lauscht fühllos und verstummt.

 

Der Wind pocht leise an die Tür.

Die öffnet sich mit hellem Geklirr.

 

Und draußen rauscht ein Ährenfeld,

Die Sonne knistert am Himmelszelt.

 

Von Früchten voll hängt Busch und Baum

Und Vögel und Falter schwirren im Raum.

 

Im Acker mähen die Bauersleut'

Im tiefen Schweigen der Mittagszeit.

 

Ich schlag' ein Kreuz auf den Toten hin

Und lautlos verliert sich mein Schritt im Grün.


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Seite zuletzt aktualisiert: 10.07.2005 
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