Von den stillen Tagen


So geisterhaft sind diese späten Tage

Gleichwie der Blick von Kranken, hergesendet

Ins Licht. Doch ihrer Augen stumme Klage

Beschattet Nacht, der sie schon zugewendet.

 

Sie lächeln wohl und denken ihrer Feste,

Wie man nach Liedern bebt, die halb vergessen,

Und Worte sucht für eine traurige Geste,

Die schon verblaßt in Schweigen ungemessen.

 

So spielt um kranke Blumen noch die Sonne

Und läßt von einer todeskühlen Wonne

Sie schauern in den dünnen, klaren Lüften.

 

Die roten Wälder flüstern und verdämmern,

Und todesnächtiger hallt der Spechte Hämmern

Gleichwie ein Widerhall aus dumpfen Grüften.


 © textlog.de 2004 • 22.10.2017 17:43:07 •
Seite zuletzt aktualisiert: 08.07.2005 
bibliothek
text
  Home  Impressum  Copyright