Geist und Schönheit im Streit


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Herr Geist, der allen Respekt verdient

Und dessen Gunst wir höchlich schätzen,

Vernimmt, man habe sich erkühnt,

Die Schönheit über ihn zu setzen;

Er macht daraus ein großes Wesen.

Da kommt Herr Hauch, uns längst bekannt

Als würdiger Geistsrepräsentant,

Fängt an, doch leider nicht galant,

Dem Luderchen den Text zu lesen.

Das rührt den Leichtsinn nicht einmal,

Sie läuft gleich zu dem Prinzipal:

"Ihr seid ja sonst gewandt und klug,

Ist denn die Welt nicht groß genug!

Ich laß Euch, wenn Ihr trutzt, im Stich;

Doch seid Ihr weise, so liebt Ihr mich.

Seid versichert, im ganzen Jahr

Gibt's nicht wieder so ein hübsches Paar."

 

 

Allôs

 

Die Schönheit hatte schöne Töchter,

Der Geist erzeugte dumme Söhne,

So war für einige Geschlechter

Der Geist nicht ewig, doch das Schöne.

Der Geist ist immer Autochthone.

So kam er wieder, wirkte, strebte

Und fand zu seinem höchsten Lohne,

Die Schönheit, die ihn frisch belebte.



Quelle: www.textlog.de

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Seite zuletzt aktualisiert: 27.06.2005 
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