objektive Leidenschaften

objektive Leidenschaften sind die, welche das Selbstgefühl des Wollenden aufheben, so daß dieser sich völlig dem Genusse hingibt; in den subjektiven dagegen steigert die Befriedigung das Selbstgefühl, und das Subjekt kann sich dabei selbst fühlen und genießen. Jenes sind die Leidenschaften des Habens, diese des Seins ; dort strebt der Genießende sich selbst los zu werden, hier denkt er von vornherein an Steigerung seines Wesens. Das Erwachen aus der Leidenschaft trägt beidemal den Schein der Befreiung: dort aus den Fesseln eines Nicht-Ichs, hier aus denen eines fremden in uns gebietenden Ichs. Der Typus der objektiven Leidenschaft ist Habsucht, der subjektiven Selbstsucht. Vgl. Leidenschaft.


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Seite zuletzt aktualisiert: 14.11.2004 
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