XIV

Die Zweifelnden


Ihr liebt, und schreibt Sonette! Weh der Grille!

Die Kraft des Herzens, sich zu offenbaren,

Soll Reime suchen, sie zusammenpaaren;

Ihr Kinder, glaubt, ohnmächtig bleibt der Wille.

 

Ganz ungebunden spricht des Herzens Fülle

Sich kaum noch aus: sie mag sich gern bewahren;

Dann Stürmen gleich durch alle Saiten fahren;

Dann wieder senken sich zu Nacht und Stille.

 

Was quält ihr euch und uns, auf jähem Stege

Nur Schritt vor Schritt den läst'gen Stein zu wälzen,

Der rückwärts lastet, immer neu zu mühen?

 

Die Liebenden

Im Gegenteil, wir sind auf rechtem Wege!

Das Allerstarrste freudig aufzuschmelzen,

Muß Liebesfeuer allgewaltig glühen.


 © textlog.de 2004 • 14.12.2017 11:26:22 •
Seite zuletzt aktualisiert: 25.06.2005 
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