Der Chinese in Rom


Einen Chinesen sah ich in Rom; die gesamten Gebäude

    Alter und neuerer Zeit schienen ihm lästig und schwer.

"Ach!" so seufzt' er, "die Armen! ich hoffe, sie sollen begreifen,

    Wie erst Säulchen von Holz tragen des Daches Gezelt,

Daß an Latten und Pappen, Geschnitz und bunter Vergoldung

    Sich des gebildeten Aug's feinerer Sinn nur erfreut."

Siehe, da glaubt ich, im Bilde so manchen Schwärmer zu schauen,

    Der sein luftig Gespinst mit der soliden Natur

Ewigem Teppich vergleicht, den echten, reinen Gesunden

    Krank nennt, daß ja nur er heiße, der Kranke, gesund.


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Seite zuletzt aktualisiert: 25.06.2005 
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