Kriegserklärung


Wenn ich doch so schön wär'

Wie die Mädchen auf dem Land!

Sie tragen gelbe Hüte

Mit rosenrotem Band.

 

Glauben, daß man schön sei,

Dächt' ich, ist erlaubt.

In der Stadt, ach! ich hab' es

Dem Junker geglaubt.

 

Nun im Frühling, ach! ist's

Um die Freuden getan;

Ihn ziehen die Dirnen,

Die ländlichen, an.

 

Und die Taill' und den Schlepp

Verändr' ich zur Stund';

Das Leibchen ist länger,

Das Röckchen ist rund.

 

Trage gelblichen Hut,

Und ein Mieder wie Schnee;

Und sichle, mit Andern

Den blühenden Klee.

 

Spürt er unter dem Chor

Etwas Zierliches aus;

Der lüsterne Knabe,

Er winkt mir ins Haus.

 

Ich begleit' ihn verschämt,

Und er kennt mich noch nicht;

Er kneipt mir die Wangen

Und sieht mein Gesicht.

 

Die Städterin droht

Euch Dirnen den Krieg,

Und doppelte Reize

Behaupten den Sieg.



Quelle: www.textlog.de

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Seite zuletzt aktualisiert: 24.06.2005 
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