Geheimstes


»Wir sind emsig, nachzuspüren,

Wir, die Anekdotenjäger,

Wer dein Liebchen sei und ob du

Nicht auch habest viele Schwäger.

 

Denn daß du verliebt bist, seh'n wir,

Mögen dir es gerne gönnen;

Doch daß Liebchen so dich liebe,

Werden wir nicht glauben können.«

 

Ungehindert, liebe Herren,

Sucht sie auf! nur hört das eine:

Ihr erschrecket, wenn sie dasteht!

Ist sie fort, ihr kos't dem Scheine.

 

Wißt ihr, wie Schehâb-ed-din

Sich auf Arafat entmantelt,

Niemand haltet ihr für törig,

Der in seinem Sinne handelt.

 

Wenn vor deines Kaisers Throne

Oder vor der Vielgeliebten

Je dein Name wird gesprochen,

Sei es dir zu höchstem Lohne.

 

Darum war's der höchste Jammer,

Als einst Medschnun sterbend wollte,

Daß vor Leila seinen Namen

Man forthin nicht nennen sollte.


 © textlog.de 2004 • 24.10.2017 08:02:48 •
Seite zuletzt aktualisiert: 22.06.2005 
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