Die Launischen


Hör' ich ferne nur her, wenn ich für mich geklagt,

   Saitenspiel und Gesang, schweigt mir das Herz doch gleich;

      Bald auch bin ich verwandelt,

         Blinkst du, purpurner Wein! mich an

 

Unter Schatten des Walds, wo die gewaltige

   Mittagssonne mir sanft über dem Laube glänzt;

      Ruhig sitz ich daselbst, wenn

         Zürnend schwerer Beleidigung

 

Ich im Felde geirrt - Zürnen zu gerne doch

   Deine Dichter, Natur! trauern und weinen leicht,

      Die Beglückten; wie Kinder,

         Die zu zärtlich die Mutter hält,

 

Sind sie mürrisch und voll herrischen Eigensinns;

   Wandeln still sie des Wegs, irret Geringes doch

      Bald sie wieder; sie reißen

         Aus dem Gleise sich sträubend dir.

 

Doch du rührest sie kaum, Liebende! freundlich an,

   Sind sie friedlich und fromm; fröhlich gehorchen sie;

      Du lenkst, Meisterin! sie mit

         Weichem Zügel, wohin du willst.


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Seite zuletzt aktualisiert: 12.06.2005 
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