II

 

Noch drohen große Vögel allenthalben,

und Drachen glühn und hüten überall

der Wälder Wunder und der Schluchten Fall;

und Knaben wachsen an, und Männer salben

sich zu dem Kampfe mit der Nachtigall,

 

die oben in den Kronen von neun Eichen

sich lagert wie ein tausendfaches Tier,

Und abends geht ein Schreien ohnegleichen,

ein schreiendes Bis-an-das-Ende-Reichen,

und geht die ganze Nacht lang aus von ihr;

 

die Frühlingsnacht, die schrecklicher als alles

und schwerer war und banger zu bestehn:

ringsum kein Zeichen eines Überfalles

und dennoch alles voller Übergehn,

hinwerfend sich und Stück für Stück sich gebend,

ja jenes Etwas, welches um sich griff;

anrufend noch, am ganzen Leibe bebend

und darin untergehend wie ein Schiff.

 

Das waren Überstarke, die da blieben,

von diesem Riesigen nicht aufgerieben,

das aus den Kehlen wie aus Kratern brach;

sie dauerten, und alternd nach und nach

begriffen sie die Bangnis der Aprile,

und ihre ruhigen Hände hielten viele

und führten sie durch Furcht und Ungemach

zu Tagen, da sie froher und gesünder

die Mauern bauten um die Städtegründer,

die über allem gut und kundig saßen.

 

Und schließlich kamen auf den ersten Straßen

aus Höhlen und verhaßten Hinterhalten

die Tiere, die für unerbittlich galten.

Sie stiegen still aus ihren Übermaßen

(beschämte und veraltete Gewalten)

und legten sich gehorsam vor die Alten.


 © textlog.de 2004 • 13.12.2017 23:44:28 •
Seite zuletzt aktualisiert: 10.06.2005 
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